News

Israel: Digitale Forensik, Sabich-Sandwiches und Multikulti-Nightlife

Wenn die Sonne am Strand von Tel Aviv untergeht, beginnt das Nachtleben in den Bars und Clubs der Stadt (Foto: Daniel Werner)
Wenn die Sonne am Strand von Tel Aviv untergeht, beginnt das Nachtleben in den Bars und Clubs der Stadt (Foto: Daniel Werner)

[10|04|2017]

HM-Praxissemester in Tel Aviv: Fünf Monate lang israelische Lebensweisen erfahren

 

Wer über ein Praxissemester im Rahmen des Studiums nachdenkt, wird zuerst Österreich, dann vielleicht die Niederlande, Großbritannien, die Schweiz oder die USA in Betracht ziehen: das sind laut einer Statistik die beliebtesten Orte der Deutschen für ein Auslandssemester. HM-Student Daniel Werner entschied sich gegen den klassischen Weg und absolvierte ein fünfmonatiges Praktikum in Tel Aviv, der zweitgrößten Stadt in Israel.

 

Werner ist Elektrotechnik- und Informationstechnikstudent im fünften Fachsemester. Für das in seinem Studium vorgeschriebene Praxissemester hatte er bereits vorher größere Pläne: „Ich wusste, dass ich mein Praxissemester im Ausland absolvieren und reisen will. Also bin ich in das International Office der Hochschule marschiert und habe dort vom Deutsch-Israelischen Programm erfahren.“ "The New Kibbutz Program" ist eine Initiative der Deutsch-Israelischen Industrie- und Handelskammer (AHK) und dem Berlin Tel Aviv Technology & Entrepreneurship Committee (BETATEC) mit dem Ziel, die Start-up-Szene in Deutschland und Israel zu stärken. Das Programm vermittelt deutsche Studierende als PraktikantInnen an israelische Technologieunternehmen und will den Beteiligten israelische Arbeits- und Lebensweisen näherbringen.

 

„Ich habe insgesamt drei Bewerbungen an Unternehmen verschickt, die mir von „The New Kibbutz Program“ vorgeschlagen wurden und habe von allen gleich eine Zusage bekommen. Nach einem Gespräch über Skype habe ich mich dann für Cellebrite entschieden.“ Als israelisches Unternehmen im Bereich der Mobilen Datentechnik ist Cellebrite zugleich weltweit Marktführer im Sektor der Mobilen Datenforensik. Im vergangenen Jahr gelang es der Firma als erster auf dem Markt, ein Apple I-Phone 6 zu hacken und die dort gespeicherten Informationen herunterzuladen. Werner arbeitete 20 Wochen in der Qualitätskontrolle des Unternehmens und sammelte einmalige Erfahrungen: „Die Arbeit dort ist wahnsinnig schnelllebig. Niemand weiß so genau, was der nächste Tag bringt, weshalb jeder seine Ideen sofort in die Praxis umsetzen will. Das macht den Arbeitsalltag sehr dynamisch.“

 

Tel Aviv: Leben in einer Blase

 

(v.l.n.r.) Daniel Werner und Arbeitskollege Guy Moshe auf dem Hatikva Market in einem eher ärmlichen Viertel Tel Avivs. In der hebräischen Sprache bedeutet das Wort „Hatikva“ „die Hoffnung“ (Foto: Daniel Werner)
(v.l.n.r.) Daniel Werner und Arbeitskollege Guy Moshe auf dem Hatikva Market in einem eher ärmlichen Viertel Tel Avivs. In der hebräischen Sprache bedeutet das Wort „Hatikva“ „die Hoffnung“ (Foto: Daniel Werner)

Nicht nur die Arbeit, auch das tägliche Leben in Tel Aviv ist laut, bunt und mondän: „In Tel Aviv merkt man nichts von politischen und religiösen Unruhen oder Spannungen. Man lebt wie in einer Blase, von der Außenwelt abgeschirmt. Überall sind junge Leute, coole Bars und alle dort sind offen, freundlich und lebensfroh.“ Fünf Monate lang lebte Werner in der Stadt, zusammen mit seiner Freundin, die an der HM Tourismusmanagement studierte und ihn zu seinem Auslandspraktikum begleitete. Nach Abschluss des Praktikums reisten beide noch gemeinsam für einen Monat die Küste entlang. Irgendwo am Nordende der Ausläufer des Roten Meeres, am Golf von Akaba, hat Werner seiner Freundin am Ende der Reise einen Heiratsantrag gemacht. Irgendwo dort hat sie Ja gesagt.

 

Mit einem Verlobungsring und vielen schönen Erinnerungen geht es für Johanna Blum und Daniel Werner (v.l.n.r.) am Ende ihrer Reise zurück nach Deutschland (Foto: Daniel Werner)
Mit einem Verlobungsring und vielen schönen Erinnerungen geht es für Johanna Blum und Daniel Werner (v.l.n.r.) am Ende ihrer Reise zurück nach Deutschland (Foto: Daniel Werner)

 

Übrigens: Wer gutes Essen genießt, ist in Israel bestens aufgehoben. Daniel Werner empfiehlt besonders die Sabich-Sandwiches: Das sind Teigtaschen, gefüllt mit frittierten Auberginen, hartgekochten Eiern, Humuspaste, Salat und einer typisch israelischen Mangosauce.

 

 

Valerie Stärk

NEWSARCHIV

Berichte und Informationen rund um die Hochschule München

Veranstaltungen

Vorträge, Tagungen, Events an der Hochschule München