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Wie bleiben wir in Zukunft mobil?

Ja oder nein? Studierende in den Rollen echter AkteurInnen argumentieren im PlanSpielZukunft@HM (Foto: Lena Isabel Schmidbauer)
Ja oder nein? Studierende in den Rollen echter AkteurInnen argumentieren im PlanSpielZukunft@HM (Foto: Lena Isabel Schmidbauer)

[22|01|2019]

Im PlanSpielZukunft@HM diskutierten Studierende die Frage, wie München dem Verkehrsinfarkt entgehen kann

 

"München ist Deutschlands Stauhauptstadt!" Mit dieser Negativschlagzeile wurde München im vergangenen Jahr konfrontiert. Wie kann die Landeshauptstadt der prekären Verkehrssituation entgegenwirken und welche Lösungsansätze gibt es dafür? Dieser Frage gingen 15 Studierende im Rahmen des fakultätsübergreifenden Seminars PlanSpielZukunft@HM nach. Prof. Dr. Stefan Rappenglück, Professor der Fakultät für Studium Generale und Interdisziplinäre Studien und Planspielexperte, stellte zusammen mit Prof. Dr. Torsten Busacker, Professor der Fakultät für Tourismus und Experte im Bereich Verkehrsmanagement, das zukunftsweisende Studienprojekt auf die Beine.

 

In der öffentlichen Abschlussdiskussion stellten die Studierenden nun ihre Lösungsansätze und Argumente vor, die sie während eines Semesters zum Thema „Verkehrsinfarkt München“ erarbeiteten. Sie diskutierten in den Rollen echter VertreterInnen aus Politik und Wirtschaft. Selbst gewählt hatten sie dabei die Leitfrage "Sollte München die Citymaut einführen?". BefürworterInnen und GegnerInnen einer Maut diskutierten eine Stunde hitzig miteinander.

 

Zwischen den Fronten der City-Maut

Zu Beginn der Debatte wurde das Publikum befragt, was es von einer City-Maut hielte: 83 % der knapp 60 Befragten hätten zu diesem Zeitpunkt einer City-Maut für München zugestimmt. Ein eindeutiges Votum, das die GegnerInnen der Maut aus Politik und Wirtschaft herausforderte. Die VertreterInnen des ADAC, der BMW Group, der CSU Bayern und VertreterInnen aus dem Gaststättengewerbe verteidigten ihren Standpunkt als GegnerInnen. Eine Maut innerhalb Münchens fördere die soziale Ungerechtigkeit und sei ungerecht den ArbeitnehmerInnen gegenüber, die mit dem Auto zur Arbeit pendeln müssen. Dagegen die BefürworterInnen der Maut: „Dass es unfair sei, die Autofahrer zu belasten, ist eine falsche Ausdrucksweise. Tatsächlich ist es doch so, dass die Autofahrer die Nicht-Autofahrer belasten. Und zwar mit Lärm, mit Feinstaub und Stress“, konterte Paul Augustin, Student der Fakultät für Tourismus, der die Interessen des Umweltverbands Green City e.V. vertrat.

 

Wenn eine City-Maut – dann welche?

Im Falle einer Gebühr für Münchens Straßen, bleibt die Frage offen, nach welchen Kriterien diese berechnet werden solle. Dazu hatten die Studierenden ebenfalls zahlreiche Vorschläge, beispielsweise eine Gebühr nach Besetzungsgrad des Autos: „Die Autos sind im Schnitt nur mit 1,5 Personen ausgelastet. Im Berufsverkehr sogar nur mit 1,2 Personen pro Fahrzeug. Deswegen plädieren wir dafür, eine besetzungsabhängige Maut einzuführen. Leute die Fahrgemeinschaften bilden, sind dann von der Maut ausgenommen“, schlägt Marius Brilla, Student der Fakultät für Tourismus – in der Simulation Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs e. V. (ADFC) – vor. Oder alternativ eine Maut, die anhand der Nachhaltigkeit der Autos berechnet wird? In diesem Fall wären Elektroautos von den Gebühren befreit.

 

Eine Menge Alternativen für die Lösung der Verkehrsproblematik in München: Studierende simulieren die Diskussion in ihren Rollenprofilen (Foto: Lena Isabel Schmidbauer)
Eine Menge Alternativen für die Lösung der Verkehrsproblematik in München: Studierende simulieren die Diskussion in ihren Rollenprofilen (Foto: Lena Isabel Schmidbauer)

Geht es auch anders?

Gerade die City-Maut-GegnerInnen punkteten mit vielen weiteren Lösungsansätzen wie dem Ausbau des Nahverkehrs zum Beispiel durch mehr Busspuren. „Eine City-Maut allein wird das Problem nicht lösen, das kann nur ein großes Bündel von Maßnahmen. Wir haben heute viel gehört und ich glaube, das ist auch der Schlüssel: Dass Busspuren kommen müssen, ergänzend zu den wenigen, die wir bislang haben“, sagt schließlich Georg Dunkel, nachdem die Diskussion auf dem Podium für das Publikum geöffnet wurde. Er ist als Abteilungsleiter der Verkehrsplanung in München einer der realen Akteure, die als Gegenüber der Rollen in der Simulation zur Debatte von PlanSpielZukunft@HM eingeladen wurden.

 

Dunkel bestätigt, dass etwa Untertunnelungen und eine zweite U-Bahn-Stammstrecke als weitere Alternativen für Münchens Verkehrsprobleme diskutiert würden. Die Studierenden jedenfalls waren tief in ihre Rollenprofile eingetaucht – fachlich wie menschlich. Dabei hatten sie einen hohen Lerneffekt und könnten so einen Beitrag zu der momentanen Diskussion über die Zukunft des Münchner Verkehrs leisten.

 

Weitere Informationen: Planspiele finden an der Hochschule München bereits an vielen Fakultäten statt. Als interdisziplinäres Lehr- und Lernformat wird ihr Potenzial zukünftig unter dem Titel PlanSpielZukunft@HM weiterentwickelt. Dies geschieht im Rahmen des Programms "ZUG - Für die Zukunft gerüstet". Bei Interesse können sich Interessierte gerne an das Team für interdisziplinäre Projekte, Martina Pelz und Dr. Sascha Zinn, wenden.

 

Über das Projekt ZUG

Das „Projekt ZUG - Für die Zukunft gerüstet (2016-2020) “ schafft hervorragende Studienbedingungen für individuelle Lernerfolge an der Hochschule München. Dafür werden in den fünf zukunftsweisenden Handlungsfeldern Didaktik, Digitale Diagnostik, Digitale Prüfungen, Praxisbezug und Studienwege Konzepte erarbeitet und Maßnahmen umgesetzt. Die ProjektmitarbeiterInnen arbeiten hierzu in stark vernetzten, interdisziplinären Teams zusammen. Die Finanzierung des BMBF-geförderten Projekts ist bis Ende 2020 durch das Förderprogramm Qualitätspakt Lehre gesichert.

 

 

Leonie Hudelmaier

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