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"Nachruf"

Herr Prof. Dr. Tomá? Valena (Foto: © Prof. Ulrich Holzscheiter)
Herr Prof. Dr. Tomá? Valena (Foto: © Prof. Ulrich Holzscheiter)

[12|02|2019]

Die Fakultät für Architektur trauert um Herrn Prof. Dr. Tomáš Valena


Am 2. Februar 2019 ist der Architekt Tomáš Valena kurz vor seinem 69. Geburtstag in München verstorben. Er war von 1994 bis 2015 Professor für Städtebau und Entwerfen an der Architekturfakultät der Hochschule München. 21 Jahre hat er dort Generationen von Studierenden in unterschiedlichen Lehrformaten für das Phänomen Stadt begeistert.

Tomáš Valena wurde 1950 in Prag geboren. Er studierte Philosophie, Kunstgeschichte, Architektur und Städtebau an der Technischen Universität München und an der Cornell University in den USA. Es folgten zahlreiche Lehrtätigkeiten im In- und Ausland. So wirkte er in den 80er Jahren viele Semester als beispielhaft engagierter Hochschullehrer am Lehrstuhl für Entwerfen und Denkmalpflege der Technischen Universität München. In diese Zeit fällt auch die Entstehung eines seiner bedeutendsten Werke 'Stadt und Topographie', welches er mit großer Sachkunde als kostbare Publikation und vielbeachtete Ausstellung aufbereitete.

1994 wurde Tomáš Valena an die Architekturfakultät der Hochschule München berufen. In seiner Praxis und Lehre war es ihm ein großes Anliegen, die Bedeutung des Ortes als Inspirationsquelle für das Entwerfen begreifbar zu machen. Besonders in seinen Vorlesungen zur Geschichte und Theorie der Stadt gelang es ihm, einprägsam für das kontextuelle Bauen zu werben. Häufig entstand dabei auch ein Bezug zum einzigartigen Fakultätsgebäude in der Karlstraße, indem er den Lichthof in ein kreatives Experimentierfeld verwandelte oder mit humorvollen Architekturhappenings die Verbundenheit der Fakultät mit dem Münchner Kunstareal visualisierte.

Tomáš Valena prägte ein starker Bezug zu seinen biographischen Lebensorten. Auf der einen Seite war ihm die weltbürgerliche Neugierde eines Entdeckungsreisenden in fernen Ländern, auf der anderen Seite die starke familiäre und dauerhafte Bindung zur eigenen Heimat anzumerken. Hier verband sich die Geschichte des Ortes mit seinen ganz persönlichen Geschichten. Hier gelang es ihm auf unnachahmliche Weise für den Einzug der modernen Architektur in die alte Stadt einzutreten – dann, wenn sie sich nicht, so wie er es sagte, als flüchtiges Objekt, sondern aus der Beziehung zu ihrer konkreten Umgebung individualisierte.

Tomáš Valena war bis zu seiner Emeritierung über lange Jahre Sprecher des Lehrgebiets Städtebau an der Architekturfakultät der Hochschule München. In dieser Funktion hat er Architektur und Städtebau als angewandte und wissenschaftliche Disziplin begriffen. Immer wieder setzte er geistreiche Akzente auch mit außercurricularen Veranstaltungen. Zahlreiche Forschungsprojekte mündeten in inspirierende Symposien oder Workshops für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler. Feinsinnig formulierte Publikationen fanden als Standardwerke vielfältige Wege in die Architekturpraxis. So entstanden intensive Bindungen an die Architekturfakultät von zeitgenössischen Architektinnen und Architekten sowie von ehemaligen Studierenden, die seine Lehre als prägende Erfahrung und Bereicherung ihrer Ausbildung verstanden.

Unvergessen bleibt sein geradliniger und zielstrebiger Einsatz für den Verbleib der Architekturschule im Fakultätsgebäude in der Karlstraße und sein vorbildlicher Beitrag zum Genrationswechsel im Lehrgebiet Städtebau. Großzügig und vertrauensvoll hat er die junge Generation ermutigt, sich tatkräftig in die Weiterentwicklung der Fakultät einzubringen. Dafür danken wir ihm und werden ihm ein ehrendes Gedenken bewahren.

 

 

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