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Schneller unterwegs mit den Öffentlichen

Das Projekt roVer simuliert, wie vernetzte Kommunikation Mobilitätsinformationen schneller und mit weiterer Verbreitung zugänglich macht (Grafik: Projekt Köster/Wischhof)
Das Projekt roVer simuliert, wie vernetzte Kommunikation Mobilitätsinformationen schneller und mit weiterer Verbreitung zugänglich macht (Grafik: Projekt Köster/Wischhof)

[19|07|2019]

Ein Forschungsprojekt der HM simuliert dafür vernetzte Kommunikation

 

Morgens viertel vor Acht in München: Die Trambahnen fallen heute aus, die Haltestelle ist bereits überfüllt. Künftig könnten solche Informationen die Fahrgäste viel früher erreichen und Ersatzbusse schon bereitstehen. Oder sich überfüllte Verkehrsinseln mit Fahrgästen rasch leeren, weil FußgängerInnen-Ampeln auf Grün und einfahrende Trambahnen auf Warten gesetzt würden. Bloße Zukunftsvision?

 

Prof. Dr. Gerta Köster und Prof. Dr. Lars Wischhof arbeiten in ihrem Projekt „Leistungsfähigere Verkehrsinfrastrukturen durch robuste Vernetzung“ (roVer) daran, diese wahr zu machen. Dafür wollen die ProjektleiterInnen und ihr Team von der Fakultät für Informatik und Mathematik mithilfe von Simulationen den Zusammenhang von Mobilitätsverhalten, Mobilitätsinformationen und den mobilen Kommunikationsnetzen darstellen.

 

Smarter Verkehr

Ausgangspunkt für das Projekt ist die Idee, dass Verkehrsdaten von mobilen Telefonen nicht mehr aktiv abgerufen werden müssen, sondern automatisch darauf landen – gesendet von Haltestellen, Ampeln oder von Smartphones anderer VerkehrsteilnehmerInnen. Anfänge einer solchen intelligenten Verkehrsinfrastruktur existieren bereits, indem in den USA beispielsweise Ampeln mit Fahrzeugen und Smartphones kommunizieren.

 

„Die Kopplung von Verkehrs- und Funksimulator wird schon oft gemacht. Aber die Simulation eines realistischen Fußgängerverhaltens gekoppelt mit einem Funksimulator, das kennen wir noch nicht, vor allem nicht im Open-Source-Bereich. Außerdem gibt es vielfältige Wechselwirkungen, die noch nicht untersucht sind. Von den Simulationen wird bislang meistens beides getrennt voneinander betrachtet“, sagt Wischhof, einer der ProjektleiterInnen und Experte für Simulationen von Kommunikationsnetzen.

 

Direkte Kommunikation für zivile Anwendungsbereiche

In seinen Simulationen bezieht das Forschungsprojekt nicht nur die klassische, zellulare Kommunikation mit ein, die über die Basisstation des Mobilfunkanbieters vermittelt wird, sondern auch die direkte Kommunikation. Diese – nach Zuteilung der Ressourcen durch den Anbieter – von der Basisstation unabhängige Kommunikation zweier PartnerInnen existiert seit dem Mobilfundstandard LTE Advanced bereits für Sicherheitsanwendungen. Für die Mobilfunknetze der 5. Generation wird eine Erweiterung der direkten Kommunikation auch auf zivile Anwendungsbereiche erwartet. Für FußgängerInnen hieße das: Direkte Kommunikation kann – zur Entlastung oder bei Ausfall der Basisstationen – zum Weiterverteilen aktueller Mobilitätsinformation zwischen nahen VerkehrsteilnehmerInnen innerhalb wie außerhalb der Netzabdeckung genutzt werden.

 

Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt roVer startete im Oktober 2018 und läuft bis Ende September 2022. Projektträger ist das VDI Technologiezentrum GmbH Düsseldorf. Als Projektpartner sind die „accu:rate GmbH – Institute for Crowd Simulation“ und die Stadtwerke München GmbH, Unternehmensbereich Verkehr, beteiligt sowie – beratend und in der Co-Betreuung der beiden Promotionen in diesem Projekt – die Fakultät für Informatik der Technischen Universität München.

 

Weitere Informationen zu roVer sind auf den Webseiten der Fakultät für Informatik und Mathematik einzusehen.

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

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