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"Schon im Studium roch ich Kerosin"

Oliver Sckell hat sein duales Studium nicht nur viel genützt - er hat es auch unter die Top 5 AbsolventInnen von bayerischen HAWs 2019 geschafft (Foto: Julia Bergmeister / hochschule dual)
Oliver Sckell hat sein duales Studium nicht nur viel genützt - er hat es auch unter die Top 5 AbsolventInnen von bayerischen HAWs 2019 geschafft (Foto: Julia Bergmeister / hochschule dual)

[08|08|2019]

HM-Student erzählt, warum dual studieren für ihn nur Vorteile bietet

 

Oliver Sckell ist einer der PreisträgerInnen des Dualissimo-Preises 2019. Die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten die fünf besten AbsolventInnen eines dualen Studiums an einer bayerischen Hochschule für angewandte Wissenschaften. Im Interview erzählt er unter anderem, warum er sich immer wieder für ein duales Studium entscheiden würde.

 

HM: Sie haben Ihr duales Studium an der TH Ingolstadt und bei Airbus Defence and Space absolviert – was sind für Sie die Vorteile eines dualen Studiums?

Oliver Sckell: Zum einen der finanzielle Anreiz: Dadurch musste ich mir nie Gedanken über die Finanzierung meines Studiums machen, konnte direkt nach dem Abitur unabhängig von meinen Eltern eine Wohnung mieten und während den Semesterferien verreisen. Außerdem die Möglichkeit, schon früh Einblicke in die Arbeitswelt und, bei mir im Speziellen, einen international tätigen Luftfahrtkonzern zu erhalten. In der Luftfahrt ist es einmalig, dass das Endprodukt direkt am Arbeitsplatz steht, über den Kopf fliegt und man, salopp gesagt, "das Kerosin riechen kann". Auch Kontakte knüpfen in der Firma ist nützlich. Die Betreuer und Kollegen der Abteilungen aus den Praxisphasen und auch die ehemaligen Kommilitonen sind wertvolle Ansprechpartner. Es ist immer einfacher, mal schnell einen Bekannten anzurufen, als im Organigramm nach einem passenden Kandidaten zu suchen.

 

In einem dualen Studium hat man wenig Freizeit. Wie haben Sie das gemanagt?

Airbus in Manching hat ein sehr studentenfreundliches Konzept. Dadurch konnte ich während des Theoriesemesters Vollzeit in der Hochschule sein und musste nicht in die Firma. In den Praxisphasen war ich in verschiedenen Bereichen am Standort tätig, aber als Dualstudent hat man auch Urlaubsanspruch. Kombiniert mit einer 35-Stunden-Woche und Gleitzeit ergeben sich genügend Möglichkeiten für Erholung. Verglichen mit einem Ingenieursstudium, bei dem Industriepraktika nachgewiesen werden müssen und ein Praxissemester Pflicht ist, denke ich nicht, dass man als Dualstudent sehr viel weniger Freizeit hat.

 

Sie haben bereits einen festen Job. Inwiefern hat Ihnen das duale Studium eine lange Suche erspart?

Dualstudierende haben bei Airbus eine Übernahmegarantie. Darum konnte ich an das Thema entspannt herangehen. Es gab außerdem eine interne Vorstellungsrunde mit Selbstpräsentationen aller Dualstudierenden des Abschlussjahrgangs vor Abteilungsleitern. Was auch praktisch ist: Als Dualstudent hat man schon am Standort gearbeitet. Dadurch kann man sich schneller mit einem Teamleiter über mögliche Stellen unterhalten.

 

Zum Master bist du an die Hochschule München gekommen. Studierst du diesen wieder dual?

Nicht direkt. Ich mache jetzt meinen Master in Mechatronik in Teilzeit. Im Endeffekt habe ich meine Stunden im Unternehmen so weit reduziert, dass ich im ersten Semester zwei Tage pro Woche gearbeitet und meine Vorlesungen auf die übrigen drei Tage verteilt habe. Firmenseitig spricht man dabei nicht von einem „dualen“ Programm, da ich weiter ganzjährig in meiner Abteilung arbeite.

 

Was gefällt dir an den Studiengängen der Hochschule München?

Nach dem auf Mechanik fokussierten Bachelor wollte ich meine Kenntnisse im Bereich der Elektrotechnik ausbauen. Mit meinem Bachelorabschluss als Voraussetzung gibt es leider nicht viele Master-Angebote in diesem. Der Studiengang Mechatronik an der HM war da eine der Ausnahmen. Besonders, weil man den eben auch in Teilzeit studieren kann. Das geht sehr selten. Was auch toll ist: Die angebotenen Vorlesungen lassen sich gut mit meiner aktuellen Tätigkeit und den zukünftigen Trends wie Model Based System Engineering, Digital Twin oder Virtual Engineering ergänzen.

 

 

Das Gespräch führte Lea Knobloch

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