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Weniger Anstrengung bei richtigem Licht

Johannes Zauner forscht an der Hochschule München zu Licht und Gesundheit (Foto: Bernhard Haselbeck)
Johannes Zauner forscht an der Hochschule München zu Licht und Gesundheit (Foto: Bernhard Haselbeck)

[13|10|2020]

Lichtlabor der HM prüft Lichtszenarien am Arbeitsplatz

 

Tageslicht wirkt auf vielfältige Weise auf den menschlichen Organismus, langfristig synchronisiert es als Zeitgeber die innere Uhr und beeinflusst unter anderem über das Hormon Melatonin die Schlafqualität. Verantwortlich für diese nichtvisuellen Effekte sind lichtsensible Ganglionzellen in der Retina des Auges, die für blaues Licht empfindliches Melanopsin enthalten.

 

Wie sich unterschiedliche Lichtspektren am Arbeitsplatz bei üblichen Beleuchtungsstärken kurzfristig auf die Anstrengung, die für kognitive Leistungen aufgewandt wird, auswirken untersuchten Johannes Zauner und Prof. Dr. Herbert Plischke im Rahmen einer Studie im Lichtlabor der Hochschule München – in Kooperation mit der LMU München und der TU Chemnitz.

 

Gängige Arbeitsplatzbeleuchtung und Leistung

Im Lichtlabor der HM wurde die kognitive Leistung von 27 ProbandInnen bei drei unterschiedlichen Lichtszenarien jeweils vormittags und nachmittags untersucht. Die Beleuchtung entsprach in allen Fällen der gängigen EU-Norm zur künstlichen Beleuchtung von Innenräumen mit einer Helligkeit von 500 Lux auf der Arbeitsoberfläche.

 

Im Lichtlabor der HM durchlaufen ProbandInnen unterschiedliche Lichtszenarien (Foto: Johanna Weber)
Im Lichtlabor der HM durchlaufen ProbandInnen unterschiedliche Lichtszenarien (Foto: Johanna Weber)

Das Ergebnis der Studie: Bei morgendlichem Licht sank bei gleicher Leistung die Anstrengung, die dafür aufgewendet werden musste. Ebenso bei der Einstellung von abendlichem Lichtverhältnissen. Bei typischer Lichteinstellung hingegen war die Anstrengung für die gleiche Leistung erhöht. Das heißt, dass ein bis zwei Prozent mehr Energie notwendig war, um die Aufgaben gleich gut zu lösen. Johannes Zauner zu diesem Ergebnis: „Wir konnten feststellen, dass eine typische Lichtumgebung im Arbeitsumfeld zu höherer Anstrengung für die Probanden führt. Empfehlenswert wäre eine Regulierung der Lichtbedingungen für den Morgen und den Abend. Als Momentaufnahme ist das Ergebnis nicht kritisch zu sehen, da die Effekte nur etwa zwei Prozent ausmachen. Da wir statischen Lichtbedingungen aber über Jahrzehnte unseres Arbeitslebens ausgesetzt sind, kumulieren sich diese kleinen Effekte zu relevanten Faktoren. Sie sind dann eine Frage der Ergonomie“.

 

Mehr Informationen zur Studie finden Interessierte auf der Seite der Fachzeitschrift PLOS ONE .

 

 

Christiane Taddigs-Hirsch

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